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Geschichte

Worben wird geschichtlich erstmals 1228 in einer Urkunde erwähnt, als ein Gut zu "Worbun" an das Kloster vom Frienisberg abgetreten wurde. Funde weisen darauf hin, dass das Gebiet bereits seit der jüngeren Steinzeit - also seit rund 5'000 Jahren - besiedelt ist.

In einem amtlichen Verzeichnis aus dem Jahre 1783 ist zu lesen:
Ober-Worben:
1 Dorf von 26 Häusern, 1 Mühle und 1 Pintenschenkhaus, so zum Bad gehört, diesseits des Baches im Amt Nidau. 3 Häuser und 1 Badhaus zu einer guten Mineral-Quelle sind jenseits des Baches im Kirchspihl und Gericht Lyss, Amt Aarberg.

Unter-Worben
1 Dorf von 5 Häusern und 1 Mühle. Ausgrabungen im Südhang der Region Worben (Huttiwald, Frienisberg), keltische Friedhöfe, Nordhang (Jäissberg) keltischer Wall
orbe, gallischer Ausdruck (orbe = Zihl, Worbenbach, Worben, Orpund), welcher auf eine frühe Besiedlung, vor allem Streusiedlungen, in unserer Region hinweist.

Die Gallier gelten als Hauptstamm der Kelten und erhielten im 4. Jahrhundert das römische Bürgerrecht. Das bernische Seeland, Walter Käser, Verlag der Heimatkunde-Kommission Seeland, Biel, 1949.

Worben ist heute Teil der archäologischen Schutzzone "Studen Petinesca". Die Römer unterhielten hier eine Militärstation und einen Tempelbezirk. Im Gebiet des Schwemmkegels (Verlandungen des Aarebettes) der Aare entstanden unterhalb Aarberg Ebenensiedlungen.

Trotz sorgfältiger Auswahl erhöhter Siedlungsplätze im Sumpfgebiet, wie z. B. "Buggleren" und "Werdthöfe" (wert: altdeutsch = Insel, erhöhtes Land zwischen Sümpfen), erlitten tieferliegende Siedlungen regelmässig verheerende Überschwemmungen. Das von der Emme unterhalb von Solothurn zugeführte Geschiebe verunmöglichte den Abfluss von Wassermassen, so dass die Aare (auch als Thunwasser bekannt) regelmässig über die Ufer trat, das Seeland unter Wasser setzte und die Einwohner in Tiefe Armut riss. Korrektion der Juragewässer (erste Planungen des Staates Bern ab 1707). Als nachhaltiger Kämpfer für eine Gewässerkorrektion setzte sich der Nidauer Arzt Dr. J. R. Schneider ein. Aus vielen Projekten wurde schlussendlich dasjenige des bündnerischen Oberingenieurs La Nicca ausgewählt. Das für das Seeland einmalige und wichtige Jahrtausend-Projekt bezweckte folgende Ziele:

  1. In Zukunft die Überschwemmungen der seeländischen Gewässer, und zwar im Bereiche aller dabei beteiligten Kantone, zu verhüten und
  2. die Möglichkeit zu schaffen, dass die seeländischen Moorgebiete soweit trocken gelegt und als Kulturland übergeben werden können.
  3. Mit diesen beiden Hauptzwecken sollte zugleich eine Erleichterung der Schifffahrt auf den betreffenden Gewässern erziehlt werden.

 
Das Projekt wurde zwischen 1869 - 1886 realisiert. Es beinhaltete im Wesentlichen: Ableitung der Aare von Aarberg direkt in den Bielersee zur Ablagerung des Geschiebes (Hagneckkanal), Vertiefung der Kanäle zwischen den drei Seen zur Vergrösserung des Durchflussvermögens (Broye- und Zihlkanal); Verwendung der Seen als Ausgleichsbecken für Hochwasser; Absenkung der Seespiegel; Erweiterung des Abflusskanals aus dem Bielersee (Nidau-Büren-Kanal). Seit Ende der Korrektion entwickelten sich die Siedlungen in der Ebene des Seelands, darunter auch Worben, rasant.